Wie erreichen wir eine sichere und ausreichende Rente?

Private und staatliche Altersversorgung im Widerstreit

13. April 2019, 9 – 17 Uhr | Universität Freiburg - KG I

„Wenn ich mal in Rente gehe, bekomme ich sowieso nichts“. Dies ist heutzutage eine oft gehörte fatalistische Überzeugung insbesondere junger Menschen. Fakt ist: Das Thema Rente bewegt die Menschen. Natürlich. Schließlich geht es um den verdienten Lebensabend.

Aber gibt es Grund für Fatalismus? Ist unsere Gesellschaft nicht reich genug, dass jeder eine auskömmliche Rente bekommen kann? Doch wie sieht der richtige Weg aus? Ist die private Vorsorge am Kapitalmarkt ein Muss oder ist unsere staatliche Rentenversicherung in den letzten 20 Jahren schlecht geredet worden und ist sie sehr wohl trotz aller Herausforderungen („alternde Gesellschaft“) die beste aller Lösungen?

Angesichts des demografischen Wandels könnte einem tatsächlich angst und bange werden. Zu Recht? Interessant ist zum Beispiel, dass im Jahr 1900 12,4 Personen im erwerbsfähigen Alter (15 bis 64 Jahre) auf eine Person über 64 Jahre kamen. 50 Jahre später lag diese Quote bei 6,9 und im Jahr 2000 bei 4,1. Vor 100 Jahren war demnach die Altersstruktur gemessen am Altenquotienten mehr als drei Mal so günstig wie heute. Wie kann es dann sein, dass im Laufe des 20. Jahrhunderts der materielle Reichtum für alle enorm gewachsen ist, es deutliche Arbeitszeitverkürzungen gab und parallel zur wachsenden Lebenserwartung das Rentensystem ohne ökonomische Verwerfungen ausgebaut werden konnte? Und: Kann es diese Entwicklung auch in Zukunft geben oder ist heute alles anders? War die Einführung der Riesterrente der (vielleicht verunglückte) Schritt in die richtige Richtung (Altersversorge am Kapitalmarkt) oder wurde seinerzeit die gesetzliche Rentenversicherung (von der rot-grünen Regierung unter Schröder) unverantwortlich und unnötig demontiert?

Mit unserer nächsten Veranstaltung wollen wir zusammen mit den beiden Referenten Hartmut Reiners und Prof. Dr. Jörg Schoder Licht ins Dunkel bringen.

Hartmut Reiners ist Volkswirt und kennt sich mit dem deutschen Sozialversicherungssystem bestens aus. Er war viele Jahre in verantwortlichen Positionen in den Gesundheitsministerien der Länder tätig und war maßgeblich an Reformen der gesetzlichen Krankenversicherung beteiligt. Heute ist er glücklicher Pensionär und Publizist. Er lebt in Berlin.

Prof. Dr. Jörg Schoder ist Volkswirt, hat bei Bernd Raffelhüschen über die Alterssicherung in Deutschland promoviert und ist Dozent an der Internationalen Studien- und Berufsakademie. Er lebt in Freiburg.

Um einen fundierten Diskurs zu den unterschiedlichen Ansätzen der beiden Ökonomen für eine sichere Rente führen zu können, wollen wir ein neues Veranstaltungsformat ausprobieren. Wie das aussehen wird, zeigt das nebenstehende Schaubild.

Da die Anzahl der Plätze begrenzt ist, bitten wir um rechtzeitige Anmeldung per E-Mail an kontakt@freiburger-diskurse.de.

Die Veranstaltung ist kostenlos. Essen und Getränke müssen bezahlt werden.