Modern Monetary Theory: Große Klappe, nichts dahinter?

Ein Streitgespräch über MMT und ihren Beitrag zum Umgang mit Staatsschulden

4. März 2021 | 19 Uhr
Online-Veranstaltung

Der Staat muss sich mächtig verschulden, um die Folgen der Corona-Pandemie abzumildern. Viele Menschen sind deshalb besorgt. Sie fürchten, dass es zur Inflation kommt, der Staat bald radikal sparen muss, die Steuern erhöhen und die Ausgaben zusammenstreichen wird. Die Modern Monetary Theory (MMT) erscheint deshalb revolutionär, wenn sie behauptet, es drohe weder eine Inflation noch müssten Ausgaben gekürzt oder Steuern erhöht werden. Auch bräuchten nachfolgende Generationen nicht „unsere“ Schulden ausbaden. Denn im Zweifel werden die Staatsschulden laut MMT von der Zentralbank übernommen, ohne dass es je zu einer Rückzahlung der Schulden kommen muss – zum Schaden von niemand.

Die meisten Ökonomen sind allerdings skeptisch. Zu den Kritikern der MMT gehören Prof. Hanno Beck und Prof. Aloys Prinz: Sie beklagen zum Beispiel, dass fiskalische und politische Risiken einfach nur in die Zukunft verschoben würden und dass MMT ohnehin nur „old school keynesianische Theorie" sei. Im Streitgespräch mit ihnen und den der MMT nahestehenden Ökonomen Dr. Michael Paetz und Dr. Paul Steinhardt möchten wir herausfinden, inwieweit die "moderne Geldtheorie" Neues und Nützliches zu bieten hat oder ob die MMT-Vertreter den Mund zu voll nehmen. Jenseits aller Theoriestreitereien wollen wir am Ende des Tages aber vor allem zu einer qualifizierten Meinung kommen, wie mit den Coronaschulden umzugehen ist.

 

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Diskutanten

Prof. Dr. Hanno Beck war bis 2006 Mitglied der Wirtschaftsredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Seitdem ist er Professor für Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftspolitik an der Hochschule Pforzheim. Er ist Autor zahlreicher Bücher, darunter "Der Liebesökonom".

Dr. Michael Paetz ist als Dozent am Fachbereich VWL an der Universität Hamburg tätig. Er hat einen Erklär-Blog zu den Grundlagen einer Geldwirtschaft (was-ist-geld.de) ins Leben gerufen und arbeitet derzeit an einem eigenen Lehrbuch sowie an einer makroökonomischen Lernplattform.

Prof. Dr. Aloys Prinz war von 1993 bis 2000 Professor für Wirtschaftspolitik an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Seit April 2000 ist er Professor für Finanzwissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster.

Dr. Paul Steinhardt promovierte über Grundlagenfragen einer realistischen Theorie der Marktwirtschaft und ist Herausgeber der Zeitschrift Makroskop.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Um eine Spende wird gebeten. Klicken Sie hier für Informationen zu unserem Spendenkonto.