Europa? Verwirrt!

Soviel Nationalismus und Europabegeisterung zugleich. Geht es um Geld oder um Liebe?

16. Mai 2019, 19 - 21 Uhr | Universität Freiburg | HS 2004


In Europa gibt es viele populistische und nationalistische Bewegungen, die sich mit Europa anlegen. Den Briten haben die Europa-Kritiker den Brexit beschert und in Italien wird sowohl von links als auch von rechts auf Europa geschimpft. Die Gelbwesten haben (noch) kein klares Profil, Adressat ihrer Kritik ist aber auch Europa. In Polen wählte die arme Landbevölkerung eine nationalistische Partei, um gegen den Kosmopolitismus der „Eliten“ zu revoltieren.

Gegenbewegungen, die sich die Einheit Europas, Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit auf ihre Fahnen geschrieben haben, sind zum Beispiel Pulse of Europe oder Junge Europäer. Für die meisten deutschen Parteien ist klar: „Europa ist die Antwort“ (Slogan der SPD).

Sind die einen die Bösen und die anderen die Guten? Oder müssen wir unser Urteil vielleicht revidieren, weil der bisweilen unerträgliche Populismus einen rationalen Kern hat und es sich da mancher Europafan zu einfach macht?

Wir wollen so tief graben, dass die Wurzeln der Probleme (ökonomische Ursachen des Populismus) sichtbar werden. Hierfür werden wir uns mit drei Themen beschäftigen:
 

  • Wie unterminiert der europäische Gerichtshof ein soziales Europa, indem er den vier Grundfreiheiten (Personen, Dienstleistungen, Waren, Kapital) Verfassungsrang vor fast allem anderen einräumt?
  • Was bedeutet ein gemeinsamer europäischer Währungsraum für die Lohngestaltung in den einzelnen Ländern?
  • Was darf die Europäische Zentralbank im Gegensatz zu ihren Schwestern in den USA, Kanada, Japan, Australien und anderswo nicht? Was müsste sie aber dürfen, damit sie den Euro-Ländern dienen kann?


Anhand dieser drei Punkte kann man die Frage, ob wir „mehr“, „weniger“ oder ein „anderes“ Europa brauchen, exemplarisch erläutern.

Die beiden Fachleute Prof. Dr. Martin Höpner (Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln) und Dr. Paul Steinhardt (Herausgeber makroskop.eu) werden auch für Laien verständlich vortragen und Bezüge zu populistischen Bewegungen herstellen. Wir versprechen einen spannenden Abend!

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.